Meierhof’s Blick von den Alpen

Glückliche Kühe auf saftigen Weiden

Rechtsanwalt Alexander Stopp macht mit Mördern dicke Abmahnkohle 21.09.2007

Filed under: Alexander Stopp,Mörder,Namensnennung,Zensur — meierhof @ 4:48 pm

Psst, streng geheim! Meine Kuh hat mir erzählt, dass in Deutschland niemand wissen darf, dass Rainer Körppen, Peter Hößl und Manfred Lauber verurteilte Mörder sind, die für ihre Verbrechen im Gefängnis sitzen. Wer die Namen der Mörder trotzdem nennt, der verletzt das Persönlichkeitsrecht der Mörder und muss sich ihnen unterwerfen. Das zumindest meint Rechtsanwalt Alexander Stopp von der Frankfurter Kanzlei Stopp & Stopp, der sich von den Mördern Mandate zur Säuberung von Medien und Internet organisiert hat, und nun in Serienabmahnungen wegen der Verletzung von Persönlichkeitsrechten der Mörder Streitwerte im deutlich fünfstelligen Euro-Bereich ansetzt und so reichlich Abmahnkosten abzockt.

Dank der schönen Mandate von den Verbrechern, die so spektakuläre Morde begangen haben, dass darüber auch nach vielen Jahren noch reichlich geredet und geschrieben wird, ist der Job von Abmahnanwalt Alexander Stopp ganz einfach. Er braucht einfach nur noch die Namen der Mörder in Suchmaschinen einzugeben und kann dann aus jedem deutschen Treffer anständig Geld machen. Danach muss Alexander Stopp bloß noch den Namen des für die Veröffentlichung Verantwortlichen in ein Serienbriefformular eingeben, ein paar Felder zum Ort der Veröffentlichung und Fristen zur Unterwerfung unter den Mörder ausfüllen, einen Ausdruck des Serienbriefes in die Post geben und schon hat Alexander Stopp wieder locker 1000 Euro Abmahnkosten im Sack.

Halten die Abgemahnten die Abmahnung für einen makabren Scherz und zahlen die Abmahnkosten nicht, ist das für Alexander Stopp auch kein Problem. Denn damit verurteilte Mörder anderen Menschen verbieten können, ihren Namen zu nennen und so über ihre Person und Taten zu diskutieren, bekommen inhaftierte Mörder in Deutschland zum Angriff auf die Medien und Internet reichlich Prozesskostenhilfe zugesprochen. Die Prozesskostenhilfe dient größtenteils zur Deckung von Anwaltskosten und fließt natürlich zum größten Teil auch wieder in die Taschen des geschäftstüchtigen Anwalts Alexander Stopp.

Mit der Prozesskostenhilfe in der Tasche beantragt Alexander Stopp dann eine einstweilige Verfügung und manche Gerichte wie die Zensurkammer des Landgerichts Hamburg sind dann so nett und erlassen die einstweilige Verfügung tatsächlich wie beantragt. Wehrt sich das Opfer mit einem Widerspruch, so verdient Alexander Stopp daran noch einmal, denn die deutschen Zensurkammern schützen die Mörder vor der Nennung ihres Namens durch Kriminologen, Geschichtsschreiber und das gemeine Volk.

Meine Kuh meint, dass verurteilte Mörder in Deutschland Prozesskostenhilfe erhalten, um ihre Namen mit Hilfe der Pressegerichte aus der deutschen Kriminalgeschichte herauszuzensieren, passt zum deutschen Geschichtsverständnis. Vermutlich bekommen demnächst auch die letzten lebenden Verbrecher des Nazi-Regimes noch Prozesskostenhilfe, damit sie ihre Namen mit Hilfe der deutschen Zensurkammern aus den Geschichtsbüchern tilgen lassen können.

Dank zensurfreundlicher Richter läuft das Geschäft mit Mördern in Deutschland nach wie vor prima. Hoch lebe die deutsche Tradition!

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4 Responses to “Rechtsanwalt Alexander Stopp macht mit Mördern dicke Abmahnkohle”

  1. otti Says:

    Geile Arbeitsbeschaffungsmaßnahme!
    Wie viele Anwälte sitzen eigentlich in den Parlamenten?
    Wenn der Herr Hitler noch leben tät‘, Mensch, was könnte der alles abmahnen lassen! Nicht wundern tät‘ mich, wenn in einem rechtsstaatlichen Verfahren heraus kommen tät, dass der nur Mitläufer war.
    Schließlich war ein kürzlich verstorbener Marinerichter nach Ansicht eines schwäbischen Trauerredners Widerstandskämpfer.

    Rechtsstaat: Wir können alles – und wir machen es auch.

  2. Ich möchte nach heutiger Befassung mit dieser Thematik die Empfehlung aussprechen, sich gegen eine entsprechende Abmahnung zu wehren und durch eine richtige Reaktion das oben beschriebene Ansinnen der Rechtsanwälte zu durchkreuzen. Also bitte wehren !!

  3. Toller Beitrag.

    „Es gibt in Deutschland schon lange Mindestlöhne. – Bei den Antwälten!“.

    Die haben ihre Standesdünkel nahtlos aus Mittelalter, Kaiserreich und Nazidiktatur (ebenfalls nicht schlecht für’s Geschäft) in die Neuzeit retten können. Normalbürger können ja schon abgemahnt werden, wenn sie Erfahrungen austauschen was als „Rechtsberatung“ gedeutet werden könnte. Und anders als bei anderen „geschützten“ „Standesberufen“ (ein Wort schwachsinniger als das andere, ich weiss…) ist Besserung bei Rechtsverdrehern nicht in Sicht…

  4. Irma Hauptmann Says:

    Kein Wunder, dass Deutschland so ist, wie es ist – gut, dass ich da weg bin.
    Freischaffenden Geschaeftemachern, Anwaelten, einen Teil der Exekutive zuzuschanzen ist schon ein starkes Stueck. Ich konnte es mir nicht leisten, gegen meine Enteignung durch das Investitionsvorranggesetz zu klagen, und Verbrecher bekommen Prozesskostenhilfe?
    Die haben wohl alle Tinte gesoffen und das Volk laesst es sich gefallen.


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