Meierhof’s Blick von den Alpen

Glückliche Kühe auf saftigen Weiden

Gestatten: Schertz, Christian Schertz 26.12.2008

Filed under: Christian Schertz — meierhof @ 5:20 pm

„Du, Helmut“, sagt meine Kuh zu mir. „Lies mal diese Weihnachtsgeschichte:“

Lasst mich rein in den Sumpf!

Vorlesung eines angesehenen Anwalts

am 13. Tag des Offenen Wortes – Fachhochschule ….

von Rolf Schälike – 22.12.2008

Meine Damen und Herren,

heute im Jubiläumsjahr, dem fünften Jahr Ihrer zweiwöchigen „Offenes Wort“ – Tage erhielt ich die Ehre, Ihnen, den auserlesenen Studenten darzulegen, wie ich mich darum bemühe, in die Gesellschaft der sich im Sumpf wälzenden deutschlandweit bekannten kriminellen Anwälten aufgenommen zu werden. Ich möchte deren Führer werden, weltweit.

Zunächst Mal zu Klarstellung: „Gutmenschen“, „Idealisten“, „Intellektuelle“, sind diese aus Versehen durch die Kontrollen in den Vorlesungssaal geschlüpft, könne sich die Ohren zuhalten. Für Euch ist es verlorene Zeit und vergebene Mühe, praktische und wirksame Hilfe zu erhalten. Mit meinen Sicherheitskräften möchte ich mich wegen Euch nicht anlegen. Zu unbedeutend diese verlogene Stunde. Ihr dreht durch, seht mich als einen Kranken, als Psychopathen, als Schwein, Betrüger und Menschenverderber an. Ihr begreift nicht, dass wir es sind, die die Welt vorantreiben und bestimmen, wie und wo der Hase läuft.

Ihr „Gutmenschen“, „Idealisten“ und „Intellektuelle“ dürft sitzen bleiben – da bin ich stärker als meine Vorredner – Ihr dürft Euch sogar Notizen machen, ich werde am Schluss der Verlesung jedes Wort bestätigen, für fünf Euro je Wort, versteht sich, und zuzüglich der Mehrwertsteuer, die ich nicht abrechne, weil Ihr noch keine Unternehmer seid. Wer eine Quittung haben will, möchte den Saal doch jetzt schon verlassen.

Ihr erhaltet alle die Chance, nicht unterzugehen als Vollidioten mit Euren Glauben an das Gute.

Ich bin ein gefürchteter Anwalt, manche bezeichnen mich als Zensurguru. Das ist falsch. Gurus sind Lehrer, in der Umgangssprache Leithammel oder Rattenfänger. Ich bin weder Lehrer, obwohl ich doziere. Das mache ich aber nur des Geldes wegen und der Beschaffung von Mandanten. Meinen Studenten gaukle ich das meiste vor, das sehe ich nicht an als Lehre. Dass ich kein Hammel bin, erkennt Ihr selber. Sehe ich aus wie ein Hammel? Leiten möchte ich niemanden. Euch auch nicht. Am liebsten sehe ich Euch vor Gericht als meine Antragsgegner und Beklagten, welche vehement mit mir vor Gericht streiten mit viel Geld in der Tasche, bei Euch in dem Safe Eurer Väter. Ratten habe ich zwar gern, diese stinken so angenehm, sind dafür klug, ähneln mir sogar äußerlich mit ihrem grauen Fell. Was würde ich nicht alles hergeben, mit einem solchen Fell selbst befallen zu sein. Ich fange keine Ratten, ich setzen diese aus und freue mich, wen andere kreischen, sich fürchten vor diesen lieben Wesen. Wer mich als Zensurguru bezeichnet, liegt also falsch, versteht nichts vom Leben. Ich wichse, und lass es an mir abgleiten.

Jetzt zum Thema: Ich verstehe wenig von Computern, noch weniger vom Internet. Ich weiß nicht, was eine Maus ist, geschweige denn wie im Internet das Archivieren funktioniert. Das überlasse ich meinen jüngeren Mitarbeitern. Meine Angriffe gegen die Unbelehrbaren basieren auf den alten Traditionen. Meine Mandanten kommen aus den Künstlerkreisen, es sind deutschland- sogar weltweit bekannte kaputte Typen. Auch Wirtschaftsmanager vertrete ich. Das hat seine Vorteile. Ich verdiene gut, bin bekannt und kann stolzieren wir ein Gockel. Die Nachteile überwiegen leider. Ich bin nicht einer von denen. Ich gehöre zum Sumpf. Das ist meine Bestimmung. Die meisten meiner Mandanten sind zwar auch Betrüger aus der Wirtschaft oder Selbstdarsteller im Fernsehen und Film. Sie arbeiten und kämpfen für ihr öffentliches verlogenes Bild und fürchten nichts mehr als die Wahrheit. Sie möchten nicht als Schurken in der Öffentlichkeit dastehen. Ich bin da anders, mich stört es nicht, was die anderen über mich denken. Ich möchte in den Sumpf, und werde das auch schaffen. Da gehöre ich hin

Es gibt gute Vorbilder unter den Anwälten, die sind im Sumpf bekannter. Sie schaffen sich Gegner und greifen diese neuerdings mit DDOS Attacken an. Ich weiß zwar auch nicht, was das bedeutet, aber als Betrüger verurteilter weiter zu stänkern, ist geil, geiler als das Spielen mit der geilsten Frau.

Die greifen mit DDOS-Attacken an, und behaupten das Gegenteil, sie werden angegriffen. Ich kann vor Neid platzen. Das, was ich altmodisch tue mit meinen Abmahnungen, auch hundertfachen gegen alle Buchhändler und Antiquare, mit falschen Vorträgen und Geschrei samt Beleidigungen vor Gericht, ist nichts gegen diese moderne Barbarei.

Das ganze Internet lacht über denen Sumpf. Über mich lachen nur angesehene Journalisten, in seriösen Zeitungen geht man mit mir vorsichtig um. Das ist mir zu wenig. Ich bin pervers, das reicht mir nicht. Ich möchte weltweit ausgelacht werden. Das macht mich heiß.

Ich möchte zur Staatsanwaltschaft laufen und mich als Opfer der DDOS-Attacken stellen, obwohl ich selbst im Netz der Angreifern rectus spiritus sein möchte.

Ich halte „Verleumdung“, „böswillige Falschbeschuldigung“ für die richtigen Begriffe, mit denen ich angegriffen werde, kehre diese aber um mit meinen juristischen Erfahrungen und werde aus dem Sumpf heraus obsiegen. Meine Anwaltskammer wird mich nicht verraten, denn dem Grunde nach, bin ich nicht allein. Die meisten möchten in den Sumpf und sind schon drin. Bloß öffentlich dazu zu stehen und sich zu präsentieren, haben nicht alle drauf.

Ich bin Rechtsanwalt, sollen die anderen lachen.

Wenn ich mich als „Opfer“ darstelle, und mich der Lächerlichkeit und Verlogenheit preisgebe, dann fühle ich mich gekitzelt und gelobt. Ich möchte lernen, bei meinen Kollegen, die das Internet beherrschen und nutzen, so wie ich die verstaubte Justiz.

Die sind seit Jahrzehnten eine Handvoll Krimineller, seit 2005 eingeschossen auf einen Typen, der sie anprangert auf seine web-Sites http://www.IT-xxxxx.de und http://www.rxxxxxx.org. Auch ich habe mich eingeschossen auf einen Justizkritiker, der will die Welt verbessern, ein Idiot, wie wir es alle wissen.

Was sind meine Waffen: Verleumdungen, Beleidigungen, Betrug, Lügen vor Gerichten, falsche Versicherungen an Eides statt, auch Drohungen. Bis jetzt beschränkt auf die juristische Öffentlichkeit, in Blogs oute ich mich noch nicht. Das möchte ich lernen, au, au, au, wird das schön, wenn ich keinen Ruf mehr zu verlieren habe.

Auf die Staatsanwaltschaften in den deutschen Städten ist Verlass, die nehmen meine Angriffe auf die leichte Schulter, man darf immer dreister werden.

Mit DDOS-Attacken sind neuen Wege aufgezeigt gegenüber Personen, denen man mit meinen altmodischen Bemühungen wirtschaftlich nicht beikommt. Ich belüge Landgerichte in Berlin, Hamburg, Köln und München und anderswo. Drohe mit Strafanzeigen, wissend, dass man damit nicht weiter kommt. Vielleicht erwischt es mich einmal. Dann bin ich bewiesenerweise im Sumpf und habe öffentlich mein Ziel erreicht. Das wird mich aufbauen und der Beginn zu absoluten Enthemmung sein.

Wenn meine Gegner meinen, ich gehöre ins Gefängnis, dann irren sie sich. Meine Vorbilder auf dem modernen Feld des Internets sind alle frei.

Sind durch meine Attacken auch Dritte betroffen, so gehört das zu meinem Geschäft. Es ist wie mit den Geiseln. Selber schuld, dass sie nicht auf meiner Seite standen oder nicht genug gegen meine Gegner unternommen haben.

Meine Gegner wehren sich, sie springen von einen Host auf den anderen. Ich lese, sie sind „Hostingnomaden“ Auch bei diesem Wort weiß ich nicht, was es bedeutet, aber zum Vorbild nehme ich mir diese Halunken, die leben mit der Zeit.

Die web-Site des Gegners steht unter Beschuss. Klingt doch gut. Ich darf jemanden beschießen, brauche keinen Bundestagsmandat dazu. Ist das geil, bloß Mist, dass ich nicht selbst und meine jungen Kollegen darauf gekommen sind.

Dass meine Daten bei einer DDOS-Attacke gesammelt werden können, juckt mich nicht. Als unabhängiges Organ der Rechtspflege bin ich dagegen geschützt, und weiß, wie ich mich zu verhalten habe mit den aufsässigen Staatsanwälten.

Ich möchte auch zum so bekannten Serienabmahner und Hassblogger werden, und werde das sogar öffentlich einräumen. Darin liegt die Stärke meines Sumpfes.

Schreibt man mir: „Herr Oberguru der Zensuranwälte, Ihr Blog störte scheinbar viele! Wenn er jetzt erstmal blockiert ist, dann ist das wohl kein Kollateralschaden, wie Sie meinen, sondern eine „Kollateralwohltat,“ dann werde ich vor Freude an die Decke springen angesichts der geschenkten Möglichkeit zu klagen. Die Massen weiß ich hinter mir.

Ich werde im Blog antworten: „Ja, so sind sie, die Gutmenschen!“ und mir vor Lachen in die Hosen machen. Meine Frau kann dann die Hosen waschen, sie wartet schon gierig drauf auf den Uringeruch.

Werde ich bedroht mit den Sätzen „Die Staatsanwaltschaft in Berlin prüft derzeit, welche geeigneten Maßnahmen gegen den von mir benannten Verursacher – gemeint bin ich – ergriffen werden können.“ dann geht mir einer ab ob dieser Dummheit. Was versteht der Typ von unserem Rechtssystem?

Ich werde im Namen der Staatsanwaltschaft antworten und deren Pressesprecher spielen, denn wie die denken und handeln, weiß ich am besten, ich kann es sogar bestimmen.

Habe ich Mist im Internet verpasst und möchte das löschen, dann organisiere ich eigene DDOS-Attacken auf meine Seiten, und weg sind die Beweise. Den Angriff zur Beweisvernichtung kann ich leicht meinem ausgewähltem Gegner ankreiden.

Ich werde in den Foren rumheulen, mir gute Namen gebender „crailing“ oder. „starnacht“

Wer meint, ich missbrauche meinen Anwaltsberuf, der irrt, und versteht nicht von unserem Rechtsstaat. Ich bin zwar ein Abmahngauner, und meine Verhaltensweisen werden sehr genau beobachtet, aber ich möchte in den Sumpf, da bin ich geschützter als unter den heutigen meinen Mandanten, den Superganoven. Zu kompliziert für mich. Niemand kann mir was. Da ist meine Entdeckung, mein Know How.

Ich verleumde und beleidige, ich handle strafbar und zeige ein strafwürdiges Verhalten. Na und ihr Gutmenschen, was seid naiv? Was versteht ihr vom Leben, von der ewigen Hast, dem Versteckspiel, dem Hässlichsein und dem Sich daran Ergötzen.

Ich bin fett und unangenehm, meine Mandanten ekeln sich vor mir. Gereicht mir alles zum Vorteil, denn meine Mandanten möchten nicht, dass die anderen erfahren, wer sie vertritt. Ich habe damit Mitstreiter, starke Leute in den Medien und in der Wirtschaft. Mir fehlen noch Geheimdienstler und Richter. Anwälte vertrete ich schon. Sind zwar auch Psychopathen wie ich, aber wir zusammen sind unschlagbare Kampfmaschinen im Sumpf der deutschen Gerechtigkeit und Justiz. Wer möchte besser sein? Geht und gibt es nicht.

Ganz heimlich unterstützen mich ein halbes Dutzend Mörder mit ihrem Anwalt, einen Doktor wie ich. Wir nutzen die gleichen Gesetze, die gleichen Richter, die gleichen Tricks. Verlieren wir, dann sind es unsere Mandanten, die uns nicht ausreichend Material geliefert haben oder eben die beschissenen Richter, die unsere Höhen und Tiefen noch nicht erreicht haben.

Manche halten mich für dumm. Wir wissen alle, dass Dummheit nicht verboten ist, und dass die dümmsten Bauern die größten Kartoffeln ernten. Daran halten ich mich. Versucht es auch.

Meine Vorbilder aus dem Sumpf arrangieren Verbrecherfressen und jagen ihren Gegnern Angst und Furcht ein. Das werde ich auch noch lernen müssen, mich im Verbrecherkreisen wohl zu fühlen, wie manch unserer Politiker. Dann bin ich schon bald am tiefsten im Sumpf versackt und noch geschützter.

Werde ich und meine Freunde als kriminelles Pack gesehen, dann stört es mich nicht. Die sollen schreiben, was sie wollen. Für mich wird das zu einer Gelddruckmaschine nach Belieben und Bedarf. Dann gibt es nicht weniger, sondern mehr Prozesse, zwar auch mehr über mich zu lesen, aber ich bin im tiefsten Sumpf, tiefer geht es nicht mehr für uns Anwälte. Der Staat hat mein Segen.

Ich mahne ab im Presserecht, auch massenweise nicht nur die Verlage, sondern auch, wie ich schon vortrug, alle Buchhändler und Antiquare. Da bin ich jedoch noch Anfänger. Meine Mandanten, das muss ich betonen, haben ein Image zu verlieren. Das schränkt mich ein. Besser sind die sich im Sumpf wälzenden Advokaten. Die mahnen ab für unbekannte und selbst versumpftes Pack mit unverschämt, mit – bla, la, bla – ich meine, unverschämt hohen Kostenansatz bei Ebay wegen fehlender Auszeichnungen an irgendwelchen Klamotten, die anderen wegen Bildern aus Nachschlagwerken für das Fressen, Saufen, Lieben und sonstige Genüsse. Sumpf im Sumpf mit Sumpf versumpft. Da möchte ich hin. Da bin ich sicher.

Dass die Abmahnungen wortgleich sind, ist meine Stärke. Die faulen Richten können ihre Urteile kopieren. Wir sitzen ja im gleichen Boot und haben zusammen studiert, gelernt, wie man andere bescheißt.

Keinesfalls Streitwerte unter 20.000 Euro ansetzen. Das wäre fatal und unernst. So schafft man’s nicht zum Sumpf. Die wahren Umsätze meiner Gegner spielen keine Rolle, zahlen müssen die so und so.

Der Eindruck, dass meine Abmahnungen lediglich dazu dienen, „Abmahnganoven“ ein gutes Einkommen zu verschaffen, muss erst Mal bewiesen werden. Ist dieser bewiesen, dann muss auch Recht gesprochen werden. Für uns im Sumpf gibt es nur Siege bei den versumpften Richtern. Das müsst Ihr auch verstehen.

Die Verlierer nennen sich Opfer, dass ich nicht lache. Sie werden aufgerufen, sich zu vereinen, da lache ich noch mehr. Die sind doch die Gelackmeierten, die wollen nicht in die Öffentlichkeit und wissen nichts von dem kollegialem Zusammenhalt unter uns Juristen.

Meine Mandanten sollen Firmen gründen, dann habe ich es leichter. Die Großen machen es mir vor. Ich will aber in den Sumpf, die Öffentlichkeit nicht scheuen, nichts zu verlieren an meinem Ruf, ist meine Richtschnur, mein Stern, der mich führt hinab, hinab in die Gosse.

Genug für heute.

Wer möchte die Beweis, für fünf Euro das Wort?

Es meldet sich niemand. Zugelernt haben alle.

„Pfui, wo hast Du denn dieses ekelige Märchen her?“ fragte ich meine Kuh. „Das ist ja schlimmer als Bukowski. Du glaubst doch nicht wirklich, dass da auch nur ein Wort von wahr ist.“

„Ja“, sagte meine Kuh, „diese Weihnachtsgeschichte habe ich hier bei Eurodiva gefunden. Aber kaum war das Märchen da veröffentlicht, da war es auch schon wieder weg. Da hat sich bestimmt jemand in einem Spiegel gesehen.“

„Nein, meine liebe Kuh, in dem Text kann sich nun wirklich niemand erkannt haben. So eine eklige Geschichte kann nur die Phantasie gebären. Darin kann sich niemand erkannt haben. Und wenn, dann wird er sich das garantiert nicht anmerken lassen.“

„Das sagst Du so. Ich hätte ja auch nie gedacht, dass nun schon Weihnachtsmärchen verschwinden“, sagte meine Kuh, „aber da wo vorher die ekelige Geschichte stand, gibt es nun eine einstweilige Verfügung vom Rechtsanwalt Christian Schertz zu bestaunen.“

Da habe ich resigniert: „Oh, Gott, ich hätte nie gedacht, dass solch ein Anwalt so tief sinken kann.“